Energiewirtschaft will Netzausbau zum Thema beim Energiegipfel machen

Mainz, 10.11.2015 – Zur morgigen Neuauflage des hessischen Energiegipfels erklärt der Vorsitzende des Landesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e.V. (LDEW), Dr. Constantin H. Alsheimer:

Die hessische Energiewirtschaft begrüßt, dass der Gesprächsfaden des ersten Energiegipfels wieder aufgenommen wird. Es ist ein breiter Konsens aller gesellschaftlichen Kräfte in Hessen über die weiteren Schritte der Energiewende notwendig. Wir werden die Energiewende nur dann zu dem gewünschten Erfolg führen können, wenn die Menschen weiterhin hinter diesem Jahrhundertprojekt stehen.

Die staatlich bedingten Preissteigerungen der vergangenen Jahre sowie die zunehmende Kritik im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze zeigen, dass der Reformbedarf stark zugenommen hat. Sorgen bereiten auch die zunehmenden staatlichen Eingriffe in den Strommarkt. Diese bedrohen die Investitionsbereitschaft der Energieunternehmen und gefährden so mittelfristig die Versorgungszuverlässigkeit.

Ein wichtiges Thema für den Energiegipfel ist aus unserer Sicht der Aus- bzw. Umbau der Stromnetze. Die Verteilnetze stellen das Rückgrat der Energiewende dar. Mit dem immer weiter voranschreitenden Ausbau der dezentral einspeisenden erneuerbaren Energien nehmen die Anforderungen an die Verteilnetze stark zu. Gegenwärtig konzentriert sich die politische Diskussion aber vor allem auf den Bau der geplanten großen Stromautobahnen. Wir fordern deshalb, dass der Aus- bzw. Umbau der Stromnetze und der Ausbau der Erneuerbaren Energien besser koordiniert werden.

Hier stellt sich auch die Frage, ob in ausreichendem Maße nach Alternativen für die Stromautobahnen, die durch Hessen laufen sollen, gesucht worden ist. So sollte auch die Hochspannungsebene (110 kV) in die Netzausbauplanung miteinbezogen werden. Der Ausbau von regionalen Stromschnellstraßen kann ein kosteneffizientes Mittel sein, um die Stromautobahnen zu entlasten und so den Netzausbaubedarf insgesamt zu minimieren. Zugleich könnten so die erforderlichen Eingriffe in das Landschaftsbild reduziert werden.

Die Politik sollte beim Netzausbau die volkswirtschaftlich geringsten Kosten anstreben. Nur wenn alle Alternativen ergebnisoffen geprüft und diskutiert werden, gehen die Widerstände aufgrund von Infrastrukturprojekten zurück. Die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Verteilnetzstudie ist dabei ein erster wichtiger Schritt.

Die Energiewende ist aber nicht nur eine Stromwende: Neben dem Strombereich müssen auch die Bereiche Verkehr und Wärme stärker in den Fokus gerückt werden. Mehr als 80 Prozent des privaten Energieverbrauchs entfallen auf die Heizung und die Warmwasserbereitung. Hier sind erhebliche Potenziale vorhanden, um die Energieeffizienz zu verbessern und CO2-Emissionen zu senken. Ein wichtiger Ansatz ist dabei die Beseitigung des Sanierungsstaus im Heizungskeller. Hessen liegt hier noch unter dem bereits schwachen Bundesschnitt. Hier sollte der Energiegipfel Verbesserungen anstreben."  

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