Verteilnetze nicht vergessen!

Die öffentliche Debatte über die großen Transportnetze geht am zentralen Thema vorbei, deshalb mahnt der LDEW Hessen/Rheinland-Pfalz einen realistischeren Blick auf die Stromnetze an.

Mainz, 29. Juli 2015 – Kein Tag vergeht ohne neue Wasserstandsmeldungen bezüglich der Stromtrassen: Überirdisch, unterirdisch, Gleichstrom, Wechselstrom, neue Trassen oder Bestandstrassen. Dabei gibt es auch an anderer Stelle gewaltige Herausforderungen:

„Wenn wir die Energiewende wirklich erfolgreich gestalten wollen, liegt einer der wichtigsten Schlüssel hierzu bei uns in den Regionen“, so die beiden Vorsitzenden des LDEW Hessen /Rheinland-Pfalz, Dr. Constantin H. Alsheimer und Josef Rönz.

Ein Großteil der erneuerbaren Energien wird in die Verteilnetze vor Ort eingespeist und diese liegen oftmals in der Verantwortung der regionalen Versorgungsunternehmen.

Durch den Zubau an erneuerbaren Energien steigen die Anforderungen an unsere Netze kontinuierlich. Zusätzlich wollen wir auch innovative Lösungen für unsere Kunden erproben und in die Tat umsetzen, wie etwa beim Thema der intelligenten Netze (Smart Grid). Vor diesem Hintergrund darf es keinen Zeitverzug beim Erlösrückfluss für Investitionen geben.“, so Dr. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova in Frankfurt. Der Zeitverzug führt dazu, dass die Netzgesellschaften erst nach mehreren Jahren die Chance haben, Investitionen im Rahmen der Netznutzungsentgelte zu refinanzieren. Diese Regelung reduziert die Investitionsmöglichkeiten erheblich – und erschwert so die Sicherung der hohen Netzqualitäten in Deutschland sowie die Umsetzung der Energiewende.

„Wenn wir auch in Zukunft Versorgungssicherheit und modernste Netze garantieren sollen, muss die Politik das durch ihre Entscheidungen auch ermöglichen“, bestätigt Josef Rönz, Vorstandschef der evm in Koblenz. „Hier richten wir unsere Hoffnungen auf die Ländervertreter, die bei der Neufassung der sogenannten „Anreizregulierungsverordnung“ genau hinschauen müssen und ihren Einfluss geltend machen sollten.“

„Die um die Hälfte reduzierten Schwellenwerte für das vereinfachte Verfahren schaden gerade den kleinen und mittleren Unternehmen vor Ort. Der Zeitverzug bei Investitionen wird nicht abgeschafft und die strengeren Effizienzvorgaben führen nicht zwingend zu mehr Effizienz, sondern zu weniger Innovationen. Das ist leider das Gegenteil dessen, was wir in den nächsten Jahren so dringend brauchen - nötiger als jede Debatte über Erdkabel in Bayern“, so die beiden Vorsitzenden übereinstimmend.

Der Verband
Der LDEW vertritt die Interessen von rund 280 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz gegenüber Politik, Behörden und der Öffentlichkeit. Er vereinigt die Sparten Strom und Fernwärme, Erdgas, Wasser und Abwasser. Er arbeitet mit dem BDEW Bundesverband in Berlin eng zusammen und engagiert sich insbesondere auch für die Belange der kleinen und mittleren Unternehmen. Damit ist der LDEW Bindeglied zwischen Energie- und Wasserwirtschaft sowie Politik und Gesellschaft.

Ihr Ansprechpartner
Horst Meierhofer
Geschäftsführer
[email protected]
Telefon 06131- 627 69-25

LDEW DOWNLOADS
LDEW-Pressemitteilung "Verteilnetze nicht vergessen!"download »
ANSPRECHPARTNER
Dipl.-Kfm. Horst Meierhofer
Geschäftsführer
06131 62769-25