Wie sieht die Zukunft der Abwasserentsorgung aus?

Von Mikroschadstoffen über Kläranlagen als Energiedienstleister bis zur Phosphorrückgewinnung: Spannende Themen beim 3. LDEW-Abwassertag

Mainz, 23. Juni 2015Der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz e.V. (LDEW) bot den Teilnehmern bei seinem 3. LDEW-Abwassertag am 16. Juni 2015 im Hotel Hilton Mainz eine bunte Palette an abwasserpolitischen Themen. Insgesamt gab die Veranstaltung einige Anregungen, wie die Zukunft der Abwasserentsorgung aussehen könnte.

Eröffnet wurde der 3. LDEW-Abwassertag durch ein Grußwort von Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz. Er gab einen Überblick über die Überlegungen und Pläne der rheinland-pfälzischen Landesregierung in den wichtigsten Abwasserfragen. Dabei hob er insbesondere die umfassenden Fördermöglichkeiten des Landes für die Abwasserentsorgung hervor.

Im ersten Themenblock „Mikroschadstoffe“ stellte zunächst Dr. Henning Knerr aus dem Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität Kaiserslautern erste Ergebnisse der im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführten Situationsanalyse von Mikroschadstoffen aus kommunalem Abwasser für rheinland-pfälzische Gewässer am Beispiel der Nahe vor. Danach informierte Sabine Sané, Doktorandin am Institut für Mikrosystemtechnik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Teilnehmer über ihr neuartiges Konzept zur bioelektrochemisch-enzymatischen Entfernung von Mikroschadstoffen. Diese noch in der Erforschungsphase befindliche Methode verspreche insbesondere in Sachen Energieeffizienz deutliche Vorteile gegenüber anderen Eliminierungsmethoden.

Mit aktuellen und in Zukunft voraussichtlich immer wichtiger werdenden Rechtsfragen beschäftigte sich danach der zweite Themenblock. Ralph Bleissner von der GVV-Kommunalversicherung VVaG gab einen Überblick über die Rechtsprechung zu Haftungsfragen bei Starkregenereignissen. Dr. Michaela Schmitz, Bevollmächtigte Wasserwirtschaft beim BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., gab im Anschluss einen Überblick über die juristischen Fragestellungen, die mit einer Mitverlegung von Breitbandkabeln in Abwasserleitungen verbunden sind.

Der dritte Vortragsblock thematisierte die Möglichkeiten von Kläranlagen als Flexibilitätsdienstleister im Energiemarkt. Dr. Christian Schaum aus dem Fachgebiet Abwassertechnik im Institut IWAR an der Technischen Universität Darmstadt erläuterte zunächst wie die Klärschlammbehandlung hinsichtlich einer möglichst flexiblen Energienutzung optimiert werden kann. Auf die Frage, wie die gewonnene Flexibilität am Energiemarkt kommerziell verwertet werden könnte, ging danach Prof. Dr. Ralf Simon, Wissenschaftlicher Leiter der Transferstelle für Rationelle und Regenerative Energienutzung Bingen – TSB, ein. Er stellte hierfür ein Projekt vor, das Abwasseranlagen als flexible Energieverbraucher und -erzeuger in ein Virtuelles Kraftwerk integriert.

Einen Blick in die etwas weiter entfernte Zukunft erlaubte den Teilnehmern der letzte Themenblock. Eva Stössel von der Chemischen Fabrik Budenheim KG stellte das Budenheim-Verfahren zur umweltfreundlichen Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm vor. Eine Pilotanlage hierfür wird gerade auf der Kläranlage in Mainz-Mombach installiert. Zum Abschluss gab Jens Hasse, Bereichsleiter Zukunftsstrategien der Wasserwirtschaft am Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW) e.V., anhand von Trends und Entwicklungen einen Ausblick darauf, wie die Abwasserentsorgung im Jahr 2030 aussehen könnte.

Der Verband

Der LDEW vertritt die Interessen von rund 280 Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz gegenüber Politik, Behörden und der Öffentlichkeit. Er vereinigt die Sparten Strom und Fernwärme, Erdgas, Wasser und Abwasser. Er arbeitet mit dem Bundesverband BDEW in Berlin eng zusammen und engagiert sich insbesondere auch für die Belange der kleinen und mittleren Unternehmen. Damit ist der LDEW Bindeglied zwischen Energie- und Wasserwirtschaft sowie Politik und Gesellschaft.

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